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KlarText!

Nichts ist so alt, wie die Zeitung von vor zwei Monaten, aber ich bin erstens bisher nicht dazu gekommen und zweitens hat es sich noch nicht bis in alle Winkel meiner Bekanntschaften rumgesprochen:

Ich habe einen Preis für meine Dissertation bekommen!

Bei der Übergabe.

Genau genommen nicht für die Dissertation, sondern für einen Artikel, den ich über meine Dissertation geschrieben habe. Die Klaus Tschira Stiftung vergibt jährlich KlarText!, den Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert und beinhaltet die Veröffentlichung des Siegertextes in einer Sonderbeilage der bild der wissenschaft. Bis zu sechs Preisträger gibt es jedes Jahr, in den Fachrichtungen Biologie, Informatik, Mathematik, Neurowissenschaften und Physik. Der Preis für Chemie wurde dieses Jahr nicht vergeben.

Voraussetzung für den Preis ist eine frisch abgeschlossene Dissertation, die sich in eine der Fachrichtungen einordnen lässt, und - es ist ein Preis für Wissenschaftskommunikation - ein allgemein verständlicher Artikel über die eigene Dissertation. Auf den letzten Punkt wird besonderer Wert gelegt, denn allgemein verständlich über das eigene Fachgebiet zu schreiben, gelingt den meisten noch auf 3 Seiten. Die eigene Dissertation jedoch erfordert den Bogen von der Einführung in das Fach bis in die Tiefen der eigenen Spezialisierung.

Die Herausforderung für mich war also einen hundertseitigen Text mit dem (frei übersetzten) Titel "Lokal aufgelöste Lorentzkraftanemometrie für Flüssigmetall- Kanalströmungen", in dem fast drei Jahre Vorwissen stecken, so zusammenzufassen, dass meine Oma verstehen kann, was ich die ganze Zeit gemacht habe. Das ist mir offenbar gelungen, denn ich habe nicht nur den Preis gewonnen, sondern auch sehr positives Feedback von meinen Kollegen und Freunden erhalten.

Eine nette Zugabe zu dem Preis ist übrigens das Angebot der Klaus Tschira Stiftung, an einem zweitägigen Workshop des NaWik, des Nationalen Instituts für Wissenschaftskommunikation, teilzunehmen. Und das dürfen alle, die sich um den KlarText!-Preis beworben haben, nicht nur die Gewinner. Der Workshop selbst wird von Profis durchgeführt, von "echten" Wissenschaftsjournalisten wie Gerhard Samulat und Martin Roos, und dem Chefredakteur der Spektrum der Wissenschaft, Carsten Könneker.

Übrigens haben die auch in meinem Text noch Stellen für (kleinere) Verbesserungen gefunden ;)  

Dieses Foto entstand im Rahmen der Veröffentlichung in der bild der wissenschaft. Es zeigt mich an meinem Kanal, mit der Hand am Positioniersystem. Das Kraftmessgerät (das Lorentzkraftanemometer, oder L2F2, wie ich es kürzlich getauft habe, von seinem englischen Namen abgeleitet) ist vom Kanal verdeckt. So cool wie auf dem Bild sieht es im Labor normalerweise nicht aus - wer schon mal bei mir im Labor gewesen ist, wird die Leistung von Jürgen Lösel voll zu würdigen wissen!

Ebenfalls im Zusammenhang mit der bdw entstanden, auch wenn es im Heft dann nicht verwendet wurde.

Die Sonderbeilage mit meinem Artikel findet man als pdf auf der Website der Klaus Tschira Stiftung. Dort sind übrigens auch die Siegerartikel aus den vergangenen Jahren hinterlegt.